Hakahori

DAS Game of the Year?

Super Mario Odyssey

Eine große Überraschung ist es nicht wirklich: Ein Mario-Spiel, das sich verkauft die geschnitten Brot. Anders als bei den letzten Mario-Titeln, überschlagen sich die Kritiken allerdings mehr als sonst. Mit Super Mario Odyssey sei Nintendo erneut ein Coup gelungen; die Serie sei neu erfunden worden.

Das alles stimmt, kann ich mich als Besitzer des Spiels mittlerweile dieser Meinung guten Gewissens anschließen.

Keine Frage, Odyssey ist ein Jump & Run, das – ähnlich wie Super Mario 64 oder Mario Galaxy zuvor – die Latte für das Genre ziemlich hoch ansetzt. Optisch ein Augenschmaus, herausfordernde Level, eine nie enden wollende Sammelwut und, für Nintendo inzwischen typisch, voller Details aus der Vergangenheit, die jedem Fan das Herz aufgehen lassen.

Ein Top-Game des Jahres 2017, keine Frage. Aber DAS Game of the Year?

Ja, für viele bestimmt. Wer oder was soll das dieses Jahr auch noch toppen können? Als Nintendo-Fan (und Switch-Besitzer) konnte man dieses Jahr wahrhaftig nicht meckern. Dennoch bleibt das Rennen knapp.

Der Langzeitspaß ist bei Odyssey nicht so stark gegeben, so gut das Spiel auch ist.

Hat man erst mal Peach aus den Fängen des heiratswilligen Bowsers befreit (ich glaube das gilt nicht wirklich als Spoiler, oder), hat das Spiel nicht mehr viel zu bieten. Klar, man reist noch mal in alle Länder und sucht sich vergessene bzw. neue Monde zusammen – das war es dann aber auch.

Der Reiz, das Spiel noch mal zu starten, schwindet mit der Zeit zu stark. Bei mir war es jedenfalls so.

Ist Mario Odyssey also ein Top-Titel des Jahres? Jupp. Ich würde sogar behaupten, dass Super Mario Galaxy der letzte Mario-Titel war, der mich im ähnlichen Maße überzeugt hat. Und das ist schon zehn Jahre her!
Jeder Jump & Run-, Nintendo-Fan und/ oder Switch-Besitzer sollte dieses Spiel mal gespielt haben.

Ist Mario Odyssey mein Spiel des Jahres? Ein knappes, aber klares Nein.


12. November 2017 - Tags: , , , ,



Hakahori

Im Slot

ARMS & Splatoon 2

ARMS, von Natur aus immer in großen Lettern geschrieben, profitierte im Juni ein wenig vom Tinder-Effekt: eine beschränkte Auswahl ließ frische Switch-Besitzer etwas verzweifelt zu allem greifen, was gerade da war; man nahm mit, was man kriegen konnte. Und das war nun mal ARMS, der Fidget-Spinner unter den neuen Nintendo-Titeln. Das Interesse war da, verflog aber nach kurzer Zeit bzw. nach dem Release wieder. So ging es mir zumindest mit diesem Spiel.

Will man Spielspaß, muss man sich im Grunde direkt in den Online-Modus und somit ins Neuland stürzen. Der Single-Player ist dank seiner öden Geradlinigkeit zu vernachlässigen. Natürlich könnte man hier am Schwierigkeitsgrad schrauben, aber im Grunde bleibt es dann doch das gleiche. Eine Endlosschleife an Kämpfen.

Die Stärke von ARMS ist tatsächlich im Multiplayer zu finden, egal ob nun on- oder offline. Temporär, wohl gemerkt – Fidget-Spinner, wie gesagt.

Mich hat das Game für gut 1-2 Wochen beschäftigt, ehe der Spielspaß zum Erliegen kam und ich mittlerweile nicht mehr genügend Motivation aufbringen kann, ARMS erneut aus der Hülle zu kramen, es einzulegen und schließlich zu starten. Irgendwann hat man mal alle Kämpfe gekämpft und genug Kämpfe verloren. Ein Spiel für zwischendurch.

Splatoon 2 ist, wie bereits der Vorgänger, mit dem heimeligen Beischlaf (apropos Tinder, s.o.) gleichzusetzen: alleine eher meh und immer das selbe, in bunter Gesellschaft aber ein großer Spaß, der nach und nach zum Wiederholen einlädt. Und eine Sauerei ist es auch noch.

Zwar bietet Splatoon 2 einen weitaus tieferen und herausfordernden Single Player-Modus, im Kern ist und bleibt dieser Titel aber der geistige Bruder von ARMS: ein Multiplayer-Spiel. Aber viel mehr noch als bei Nintendos neuem Beat’em Up-Spiel mit den vier großen Buchstaben, ist Splatoon seit 2015 ein solider Multiplayer-Tausendsassa.

Hier hält man als Spielspaß-Fan eine deutlich längere Strecke durch. Man ärgert sich über jede verpatzte bunte Runde, um sich anschließend umso mehr über einen knappen Sieg freuen zu können. Zwar will mir die Match-Auswahl (eine zufällige Auswahl aus zwei Arenen, wechselnd alle zwei Stunden) nicht ganz einleuchten und kann bei der Auswahl zwischen zwei ungeliebten Kampfplätzen durchaus frustrieren, aber nun gut… Nintendo wird sich schon etwas dabei gedacht haben.

Splatoon 2 findet auch heute noch ab und zu seinen Weg in den Switch-Slot. Kein Fidget-Spinner-Effekt festzustellen. Splatoon ist eher mit einem Lieblingssong zu vergleichen, der ab und an – aber auf jeden Fall immer wieder – mal zum Reinhören und Genießen einlädt.


26. September 2017 - Tags: , , , ,



Hakahori

Bargeldlos

Auch wenn das Motto „nur Bares ist Wahres“ mit der Zeit nicht an Bedeutung verloren hat, kann eine vollgepackte, klimpernde Geldbörse mit der Zeit nerven. Mich zumindest.

Wie angenehm es doch wäre, ohne nerviges Kleingeld aus dem Haus zu gehen. Versuch macht klug, also habe ich mich an dieses Selbstexperiment herangewagt und kann jetzt, nach etlichen Monaten der Erfahrung, (fast) nur Positives berichten.

Seit Mitte letzten Jahres versuche ich mich am Leben ohne Portemonnaie, ohne Bargeld. Lose Scheine und Münzen gehören (größtenteils) der Vergangenheit an. Bei einem flüchtigen Blick in meine Geldbörse fiel die Frage, ob und was ich alles von dem Inhalt brauche.

Jeder hat mittlerweile den Personalausweis in Scheckkartenform. EC-, Kredit- und Versicherten-Karte sind ebenso groß wie der Führerschein. Das alles passt schön kompakt in eine viel kleinere Geldbörse. Zum Beispiel in eine »Elephant Wallet«, wozu ich mich letztlich entschieden habe.

Im Grunde besteht diese minimalistisch anmutende Geldbörse aus zwei kleinen, dünnen Metallplatten, die mit einem Stoffband zusammengehalten werden. Alle Karten, die man im täglichen Tohuwabohu benötigt, klemmt man dazwischen. So geht nichts verloren und es herrscht wieder aufgeräumter Platz in der eigenen Buchse.
Hat man dann doch mal den ein oder anderen Schein zu verstauen, findet dieser ebenfalls noch Platz im Kartenhalter.

Der bargeldlose Alltag funktioniert seither recht gut. Bei den anstehenden Wocheneinkäufen, beim Tanken oder bei sonstigen Ausgaben zücke ich die EC-Karte, und gut ist. Bargeldlos funktioniert also, da man inzwischen quasi überall per EC-Karte zahlen kann.

Ausnahmen gibt es allerdings auch. Wenn man sich beispielsweise lediglich zwei Brötchen gönnen will, zahle ich meine achtzig Cent natürlich nicht mit Karte. Das wäre etwas affig. Auch bei Parkplatzkosten, die zwei bis drei Euro betragen, greife ich noch auf Münzen zurück. Abgesehen davon habe ich mich aber an das bargeldlose Leben gewöhnt.

Bis man in Deutschland auf Hartgeld komplett verzichten kann, dürften noch einige Dekaden ins Land ziehen. Ein Traum wäre natürlich eine Bezahlung per NFC (o.ä.), wo dann schließlich auch die lästige PIN-Eingabe wegfallen würde. Zukunftsmusik.


03. September 2017 - Tags:



Hakahori

It was 50 years ago today…

Heute feiert eines der bekanntesten Alben der Musikgeschichte Geburtstag! »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« wird 50!

It was fifty years ago today
When Sgt. Pepper taught the band to play

Auch wenn es für mich nicht DAS Album der Beatles ist, gilt es für viele Fans als das beste überhaupt. Dieser Tage liest man in der allgemeinen Klatschpresse viel über die Beatles und deren »bestes Album« und wie sie »den Pop« oder gar »das Album« an sich aus dem Nichts erfanden. Für meinen Geschmack etwas dick aufgetragen.

Ohne mich in die Erläuterung des historischen Gewichts von Sgt. Pepper zu verlieren und alle anderen zu langweilen, freue ich mich einerseits über die immer noch vorherrschende Relevanz (50 Jahre später!) und gleichzeitig über die Veröffentlichung des neu abgemischten Albums.

Geldmacherei, mag es einigen jetzt ins Hirn schießen. Fans stört das allerdings recht wenig, denn das Remix-Album klingt wirklich hörbar besser als das Original. Unglaublich gut.

Sgt. Pepper ist und bleibt eines jener Alben, die man mal gehört haben sollte.


01. Juni 2017 - Tags: , , ,



Hakahori

Gänsehaut of the Wild

Schon als die Welt das allererste Mal Gameplay von »The Legend of Zelda: Breath of the Wild« miterleben durfte, war ich hin und weg. Das war auf der E3 2016, im Juni. Nintendo präsentierte ein völlig neues Spielkonzept für diese legendäre Spielereihe – und das gleich stundenlang.

Ich war nie ein großer, »richtiger« Zelda-Fanboy. Die ganzen Klassiker – von »Link’s Awakening« über »Ocarina of Time« bis hin zu »Majora’s Mask« – hatte ich zuvor nie besessen oder zu deren Hype-Zeiten gespielt. Den ein oder anderen Titel holte ich mit der Zeit nach, wie beispielsweise »The Wind Waker« auf der WiiU; durchgespielt hatte ich bis dato aber keines davon.

Richtig mitreden oder mich auf eine Stufe eines wahren Fans stellen konnte ich mich also nie.
Dennoch gefiel mir die Zelda-Reihe seit jeher. Und mit »Breath of the Wild« ist der Knoten letztlich tatsächlich geplatzt.
Was für ein Spiel!

Ich war und bin immer noch hin und weg von diesem neuen Zelda-Titel. Hier erlebt man völlige Freiheit, weite Felder, wunderbare Optik im Tag/ Nacht-Rhythmus, realistische Physik und Wetter, eine brillante, umwerfende Optik, die in sich wiederum unglaublich detailverliebt ist. Der rote Faden, das an die Hand nehmen aus der Vergangenheit, ist passé.

Diese Freiheit und das Erleben von weiten Bereichen des Spiels allein ist schon ein Erlebnis für sich. Selbst nach einem guten Monat finde ich immer noch Bereiche und Gegenden, die ich zuvor noch nicht besucht oder schlichtweg übersehen hatte. Immer noch verpassen mir bestimmte Spielgeschehen Gänsehaut:

Man entdeckt allein die oben erwähnten weiten Flächen, entspannt förmlich, während man durch hohes Gras sprintet und die Wolken am Himmel vorbei ziehen sieht. Es ist still und – im positiven Sinne – einsam, bis einem plötzlich eine Melodie, gespielt auf einem Akkordeon, ganz leise von irgendwo entgegen wabert.
Insider wissen, dass ganz in der Nähe der Charakter Kass seine Quetschkommode spielt, dessen Lied ich mittlerweile nicht mehr aus meinem Ohr kriegen kann und ihn deswegen lieben gelernt habe, und dass hier ein neues Rätsel zu erwarten ist.

Dieses Herausgerissen-werden aus dieser einsamen Stille mitten im Nichts – allein durch diese Melodie – verpasst mir immer wieder eine angenehme Gänsehaut.

Ganz ähnlich war mein erstes Erlebnis mit einem Drachen. Ich hatte bis dato keinen blassen Schimmer, dass es in diesem Spiel Drachen (à la Shenlong aus DragonBall-Zeiten) zu sehen geben wird. In einer relativ frühen Spielphase trete ich nichtsahnend aus einem erledigten Schrein. Es ist Nacht. Als erstes fällt mir die Musik auf, die ich zuvor noch nicht gehört habe. Kurz darauf bewegt sich ein großer Schatten über den Boden und beim Raufschauen sehe ich plötzlich einen Drachen.

Ein magischer Moment, der mir ebenfalls eine Gänsehaut verpasst hat.

Solche Momente machen (auch) dieses Spiel aus. Vor allem erlebt man so etwas ständig: wenn ein Reitstall in der Nähe ist, oder wenn man unverhofft ins Visier eines patrouillierenden Wächters geraten ist.

Mit der Zeit könnte ich hier wohl noch und nöcher Beispiele anbringen, warum »Breath of the Wild« für mich, wie für so viele andere Spieler auch, ein ganz besonderes Spiel ist. Nach fast zwei Monaten soll man meinen, dass das Spiel allmählich durchgespielt und eintönig geworden ist. Für mich ist das bisher allerdings noch nicht absehbar, denn neben der Hauptstory gibt es noch viele Dinge neu zu entdecken.
Und dann gibt es im Laufe des Jahres ja noch zwei DLCs.

Für mich, der die »Ocarina of Time«-Ära nicht bewusst miterlebt hat, ist »Breath of the Wild« mein OoT. Und das wird den eingefleischten Daddel- und Zelda-Fans genug sagen.


23. April 2017 - Tags: , , , ,



Hakahori

WrestleMania XXXIII

Erst vor kurzem habe ich – am Beispiel der Nintendo Switch – hier eingeräumt, für welche banalen Dinge ich mir Urlaub nehme. Aber wie sieht es mit einem Live-Event à la WrestleMania aus?

WrestleMania, was war das gleich noch mal?
Im Grunde kann man dieses Mega-Spektakel mit dem Superbowl vergleichen. Was der Superbowl für Footballfans ist, ist WrestleMania für die Wrestling-Welt.

Nun bin ich nicht (mehr) der größte Wrestling-Fan, verfolge das Geschehen nur noch sporadisch und nicht regelmäßig. Die großen vier Pay Per Views, reizen mich dann und wann aber nun doch.

Dieses Jahr habe ich mir ein Herz gefasst und mich dazu entschlossen WrestleMania live zu sehen. Scheiterte es die Jahre zuvor entweder an der schlechten Card (dieses Jahr ist es auch eher Mittelmaß, aber na ja) oder an den technischen Voraussetzungen.
Jetzt habe ich Sky, genügend Urlaubstage und Interesse. Wieso also nicht?

Morgen wird also die Nacht zum Tage gemacht – und am Montag ein Urlaubstag geopfert. Regeneration und so. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

Ob sich der ganze Spaß letztlich bezahlt macht, wird sich dann zeigen. Alles was ich will und erwarte, ist, gut unterhalten zu werden. Und da bin ich recht guter Hoffnung, dass es WWE dieses Jahr schaffen wird.


01. April 2017 - Tags: ,



Hakahori

Die Prä-Switch Ära

Habe ich mir jemals für eine Spielekonsole extra Urlaub genommen?
Ich muss meine grauen Zellen ganz schön anheizen, um darauf eine verlässliche Antwort zu finden. Nein, ich glaube nicht. Für welche Konsole auch?

Die Switch von Nintendo ist demnach die erste Konsole, für die ich einen kostbaren Urlaubstag opfern werde; schon nächsten Freitag.

Okay, das stimmt in etwa zur Hälfte. Ich habe nun mal Rest-Urlaubstage aus dem vergangenen Jahr zu verbraten, ehe sie verfallen. Da bietet sich Anfang März nun mal perfekt an. Ein glücklicher Umstand, dass die Switch genau dann auf den Markt geschmissen wird.

Zu der ganzen aufkeimenden Vorfreude mischt sich natürlich mein bodenständiger Realismus, der einfach nicht im Hier und Jetzt verweilen will. Lohnt sich der ganze Hype, die Vorfreude? Bei den wenigen Launch-Titeln; selbst (nur) bei Zelda?

Das Gute ist, dass ich mir diese Frage nur durch das beantworten kann, worum es mir bei der Switch geht: durch das Spielen.

Lange, sehr lange ist es her, dass ich mich auf eine Nintendo-Neuheit so sehr gefreut habe. In meinem Fall würde ich es nicht mal als Hype bezeichnen. Es ist eher eine milde Vorfreude und innige Hoffnung für das Unternehmen Nintendo, im 21. Jahrhundert endlich Fuß zu fassen.

Die wenigen Tage bis zum Release werde ich also in Ruhe abwarten und die Prä-Switch Ära noch ein wenig genießen.


26. Februar 2017 - Tags: ,



Hakahori

Yay oder Buh?

Nintendo switched

Nintendo hat es endlich geschafft! Die Gebete aller Fans und Gamer wurden erhört, das Wii-Konzept wurde endgültig begraben. Ab dem 3. März 2017 schreibt Nintendo endlich wieder schwarze Zahlen und überzeugt alle mit einer einmalig innovativen Konsole.

Mit nur knapp über 300 EUR ist man schon Teil der kleinen Konsolenrevolution, in der sich Portables Gaming mit dem Oldschool-Stationären Daddeln paart. Gleichzeitig darf man sich im Laufe des Jahres auf alte und neue Spieleklassiker freuen. Was will man mehr?

VS

Nintendo hat den Karren mal wieder schön in den Graben gefahren. Nach dem ganzen Switch-Hype kommt mit der offiziellen Präsentation die bittere Ernüchterung: Die Wii (U) lebt in der Switch weiter und wird Nintendo auf lange Sicht viel Geld und Fans kosten.

Über 300 EUR sind für diese Konsole genau so überteuert wie die Vollpreise für aufgewärmte Wii U-Titel oder halbherzige Neuheiten; die Launchtitel kann man an einer Hand abzählen. Als Fan ist es traurig mit ansehen zu müssen, wie dieses Traditionsunternehmen, mit dem so viele Kids aufgewachsen sind, den letzten Todeskampf antritt.

So oder so ähnlich kann man alle gängigen Meinungen im Netz grob einordnen. Die einen mögen das Switch-Konzept und freuen sich auf eine neue Nintendo-Konsole, die anderen sehen darin den unvermeidlichen Niedergang des Unternehmens.

Ich finde mich hier irgendwo in der Mitte wieder: Die Suppe, die mir hier serviert wird, sieht lecker aus und wird sicher schmecken. Auch werde ich hier und da auf bittere Stücke beißen. Doch wird mich das alles sättigen?

Die allgemeine Internetcommunity neigt zum theatralischen Verteufeln, respektive himmelhochjauchzenden Hypen (als wenn das Internet nur aus Usern mit manischen Zügen bestünde). Die Zeit wird es zeigen.

Vorbestellt ist die Nintendo Switch seit der ausführlichen Präsentation jedenfalls, samt Zelda. Ich gebe Nintendo und dem neuen Etwas eine Chance. Wie immer eigentlich. Wie lecker die Switch-Suppe dann tatsächlich ist, wird das Jahr zeigen.


22. Januar 2017 - Tags: ,



Hakahori

Jahresrückblickblog 2016

Hm, einerseits gab es in diesem Jahr persönliche, einschneidende Erlebnisse, andererseits aber keine, die ich in einem Blog so vertiefen wollen würde.

Die zwei größten Bereiche meines Lebens und Alltags sind meine Beziehung und meine Arbeit.

Zweiteres erfuhr Anfang des Jahres eine Erfrischungskur, nachdem ich Ende vergangenen Jahres mehr oder weniger jäh aus meinem alten Job geschmissen wurde. Durch meinen neuen Job habe ich neue Kollegen und Freunde gewonnen, sowie den Spaß am Arbeiten wiederentdeckt; gewonnen habe ich darüber hinaus auch einen unbefristeten Vertrag, was mich natürlich nach der letzten Erfahrung extrem beruhigt.

Auch mein Privatleben bekam Anfang des Jahres ein Upgrade. Seitdem teile ich nicht nur meinen Alltag sondern auch die Wohnung mit meiner besseren Hälfte. Die erste gemeinsame Wohnung ist schon ein Erlebnis, was ich generell jedem Paar, was sich auch sicher zueinander hingezogen fühlt, nur empfehlen kann. Ein großer Schritt, worauf ein weiterer folgte.

Beide Bereiche haben praktisch mein Jahr bestimmt. Beide Veränderungen haben quasi dafür gesorgt, dass es 2016 keine anderen »Extreme« für mich gab.
Klar hat man sich nebenbei neuen technischen Schnickschnack, wie einen 3DS (mal wieder), eine neue Xbox One S oder das aktuellste MacBook Pro gegönnt. Auch hat man den ein oder anderen Kinofilm gesehen oder die ein oder andere Serie gesuchtet. Am Ende des Tages bzw. Jahres sind solche Dinge aber irrelevant.

So fällt der Jahresrückblick in diesem Jahr zugegebenermaßen eher unspektakulär aus. Vielleicht gibt es ja 2017 mehr zu teilen.

Was die alljährlichen Vorsätze anbelangt, bleibt es bei mir eigentlich Jahr ein, Jahr aus immer gleich: Gesund und glücklich bleiben.


26. Dezember 2016 - Tags: ,



Hakahori

Weihnachtsstimmung

Obwohl ich dieses Jahr sehr gut um »Last Christmas« rumgekommen bin, will eine Weihnachtsstimmung nicht bei mir aufkommen. Das hat eher andere Gründe, die sich Ottonormalmenschen eher nicht vorstellen können.

Stellt euch vor… Ihr seid in einer jahrelangen, glücklichen Beziehung und eure Eltern wissen nichts davon. Nicht, weil ihr die Beziehung vor ihnen verheimlicht, sondern weil sie sich einen feuchten Kehricht dafür interessiert.
Man fährt mit seiner Freundin in den Urlaub, worüber sich dann nicht aktiv unterhalten wird. Man unternimmt gemeinsam Sachen, worauf nicht mal die Nachfrage kommt, wie die Partnerin denn überhaupt heißt. Zu Festen und Feierlichkeiten wird sie nicht eingeladen. Endlich zieht man in eine gemeinsame Wohnung, die erste gemeinsame. Beim Umzug wird nicht geholfen, die neue Adresse wird nicht erfragt, geschweige denn besucht.
Man ist frisch verlobt, überglücklich, erzählt es jedem und eröffnet es natürlich auch den eigenen Eltern. Statt Glückwünschen oder aufkeimendem Interesse schlägt einem als Reaktion ein desinteressierter, harter Themenwechsel entgegen.

Alles Fiktion und Utopie.
Natürlich passiert so etwas im wahren Leben nicht. Warum sollten sich Eltern für die Beziehung des eigenen Kindes nicht interessieren, nicht wahr?
Stimmt.
Jetzt ersetzt die Freundin aber mal durch einen Freund und fügt zu den Eltern noch eine Kleinigkeit wie »konservativ« hinzu. Und boom – das macht die Sache schon etwas verständlicher. Oder doch nicht?

Was ist eigentlich das Problem mit den ganzen homophoben Leuten da draußen?
Wahrscheinlich startet direkt das Kopfkino von Lack und Leder, sobald jemand mitbekommt, dass der unbekannte Gesprächspartner homosexuell ist. Klar, weil es ja immer nur um Sex geht.
Es scheint in deren Köpfen nicht genügend Fantasie vorhanden zu sein, dass man sich in einen Menschen gleichen Geschlechts verlieben kann. Denn darum geht es letztlich: um Liebe! Nicht um (Popo)Sex.

Einen entsprechenden Bogen zum Thema »Ehe für alle« will ich an dieser Stelle nicht vertiefen. Zu sehr würde ich abschweifen und mich unnötig aufregen.

Abgesehen von dem Thema Ehe lernt man mit der Zeit ein Leben in der Minderheit zu führen. Was bleibt einem auch anderes übrig? Anfangs noch versteckt, traut man sich mit der Zeit immer mehr aus seinem Schneckenhaus. Das bedeutet allerdings nicht, dass man heutzutage unbeschwert öffentlich Hand in Hand durch die Stadt gehen kann. Wohl wissend, dass man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dummen Blicken oder noch dümmeren Kommentaren ausgesetzt sein wird. Handgreiflichkeiten mal ausgenommen.

All das lernt man mit der Zeit zu akzeptieren, ein Leben in einer ungewollten, »ekelhaften« Parallelgesellschaft. Dass man aber extrem konservative Meinungen oder Homophobie in der eigenen Familie erleben muss, setzt dem Ganzen eine traurige Krone auf.

Willkommen in meiner Welt.

Ich hatte die leise Hoffnung, dass es Zeit braucht, ehe die Message »Liebe ist Liebe« auch in den konservativsten Dickkopf eingesickert ist. Dass es viel wichtiger ist, dass der eigene Sohn glücklich ist – egal mit Mann oder Frau. Aber das war wohl ein Irrglaube.

Weihnachten werde ich dieses Jahr das erste Mal in meinem Leben nicht mit meinen Eltern verbringen. Kein Gänsebraten, keine Bescherung unterm immer gleich geschmückten Tannenbaum.
Schätzt eure Familie also glücklich, wenn ihr Toleranz, Respekt und Akzeptanz erfahrt. Denn das scheint nicht die Norm zu sein.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.


18. Dezember 2016 - Tags: